Alltagswunder

Ich liebe Wundergeschichten. Da wird jemand unerklärlich gesund, obwohl die Prognose alles andere als gut war. Oder ein Fremder taucht als Retter in einer gefährlichen Situation aus dem Nichts auf und ist dann plötzlich wieder verschwunden. Das sind tolle Ereignisse, die einen zum Staunen bringen.
Aber ich glaube, manchmal müssen wir nur die Augen ein wenig aufmachen oder die Ohren spitzen und wir erleben kleine Wunder – Wunder des Alltags.

Kürzlich habe ich auf einer Internetplattform ein Buch zum Verschenken angeboten. Es war ein theologisches Buch, das ich aus dem Hausstand meiner Eltern der aufgelöst wurde, mitgebracht hatte. Irgendwie war es mir zu schade, um es einfach ins Altpapier zu werfen. Aber so richtig gebrauchen konnte ich es selbst auch nicht. Also habe ich es zum Verschenken angeboten. Lange passierte nichts. Niemand schien sich für das Buch zu interessieren. Und dann schrieb mich eine Dame an, die mir später Ihre Geschichte zu diesem Buch erläuterte:
„…Hab so lange danach gesucht und gebetet. Und dann taucht in ganz Deutschland genau dieses auf … Es ist super wertvoll für mich und ich werde es in Ehren halten. Versprochen.“ So durfte ich Teil einer Gebetserhörung werden, ohne dass ich geahnt hatte, dass jemand genau dieses Buch sucht.

Kurz nach diesem Ereignis war das Versenden der März-Erinnerungsmail für diesen Blog fällig. Alle aufmerksamen Leser werden vielleicht schon bemerkt haben, dass wir (mein Mann und ich) das in der Regel immer am ersten eines Monats machen. Nur die Mail für März ging erst am 4. des Monats raus. Ich habe mich darüber geärgert. Denn: Wir waren erst wenige Tage vorher vom Urlaub zurückgekommen und hatten deshalb vorsorglich den Blog und was dazugehört schon vor dem Urlaub fertig gestellt. Und nun vergaßen wir am 1. und am 2. und am 3. einfach die Erinnerung zu verschicken. Das kann einen gewissenhaften Menschen schon mal ganz schön ärgern. Nur – kurze Zeit später erhielt ich von einer Leserin eine Nachricht, die sich für diesen Blogeintrag bedankte, der das „Katastrophieren“ zum Thema hatte. Die Leserin war in der Nacht zum 4.3. Opfer eines schlimmen katastrophalen Traumes geworden, der sie den Rest der Nacht nicht mehr schlafen ließ. Ich vermute, dass die schrecklichen Bilder des Traumes in dieser schlaflosen Zeit immer wieder vor ihrem inneren Auge abliefen. Morgens dann lag die Erinnerungsmail für den Blog in ihrer Inbox und der Blogtext hat ihr Mut gemacht. Ob Gott mich das Versenden der Mail vergessen ließ, weil er wusste, dass diese Dame die Ermutigung nach der Nacht brauchen würde?

Alltagswunder – es lohnt sich auf sie zu achten, denn sie bereichern unser Leben und geben uns Einblick in das präzise, liebevolle Wirken Gottes.

 

Die Übermittlung kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Danke für deine Geduld.