Der Bambus

Kürzlich habe ich eine Predigt zum Thema „ich staune“ gehalten. Inhaltlich ging es dabei um Gottes großartige Schöpfung besonders der Pflanzen, Tiere und der Natur und wie diese Schöpfung mich Gott nahebringt und dazu animiert, Gott, den Schöpfer, zu loben. Eines der Beispiele, das ich dabei verwenden wollte, war „der Bambus“. Mein Plan war es zunächst deshalb einen Bambustrieb, der erst dieses Jahr ausgetrieben ist (wir haben massig davon in unserem Garten), als praktisches live-Anschauungsmaterial mitzubringen. Als jedoch der Tag der Predigt näher rückte, merkten mein Mann und ich, dass es nur sehr schwer zu bewerkstelligen wäre, so einen Trieb kilometerweit mit dem Auto zu transportieren, denn er war mehr als 6m lang. Und so beschlossen wir, ein kleines Video dafür zu drehen. Also raus in den Garten, Trieb abgeschnitten, Foto und Drohne bereitgehalten und nun war es meine Aufgabe, den Trieb festzuhalten, so dass man die Größenverhältnisse im Video auch sehen konnte (siehe das Video unter dem Text). Das jedoch war nicht so einfach wie es aussieht, denn meine Kraft ist nicht so riesig und der Wind wehte ganz schön heftig und ich hatte kräftig zu tun, das Anschauungsmaterial festzuhalten.

Da frag ich mich doch: Wie kommt es, dass der Bambus auch beim stärksten Sturm nur sehr selten umgehauen wird (ganz im Gegensatz zu manchen riesigen Bäumen, die bei starken Stürmen einfach umfallen)?
Bambus hat eine einzigartige Kombination aus Elastizität und Stabilität, die es ihm ermöglicht, sich bei starkem Wind zu biegen. Er leistet bei einem Sturm keinen direkten Widerstand, sondern biegt sich im Wind. Zudem hat er ein extrem dichtes Wurzelwerk, das weit verzweigt ist und die Pflanze so bombenfest im Boden verankert.

Ich reagiere in Stürmen oft mehr wie ein Baum, der mit aller Gewalt versucht sich nicht umhauen zu lassen, statt schwierige Situationen zunächst mal anzunehmen und zu sehen, wohin mich der „Sturm“ biegt. Dadurch brenne ich schnell aus, werde verkrampft und erreiche oft genau das Gegenteil. Ich spreche hier ausdrücklich nicht von den Lebenslagen, in denen es wichtig ist, Widerstand zu leisten und mein Fähnchen nicht nach dem Wind zu hängen. Nein, ich spreche von Krisen und Schwierigkeiten, die mich wie ein „Sturm“ treffen und in denen es wichtig ist, sie zunächst mal anzunehmen und dadurch in gewisser Weise gelassen reagieren zu können. Wenn dann zusätzlich mein Wurzelwerk nicht sonderlich stark ist, falle ich wie ein Streichholz um. In meinem Leben gab es schon mehr als eine Situation, die ohne einen starken Rückhalt bei Familie und Freunden und ohne Glauben an einen Gott, von dem ich weiß, dass er den großen Überblick hat, nicht gut ausgegangen wäre.
So kann ich also viel vom Bambus lernen: Nicht Widerstand, sondern Annahme und schon jetzt ein gutes „Wurzelwerk“ als Rückhalt entwickeln.

 

Die Übermittlung kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Danke für deine Geduld.